Wohnmobil Elektrik – Strom im Camper

Eines der größten Themen bei einem Camper Ausbau ist die Wohnmobil Elektrik. Die meisten Ausbauer haben, genau wie wir, sehr großen Respekt vor diesem Thema. Und das zu Recht, denn bei groben Fehlern in der Elektroinstallation kann es sogar zu einem Kabelbrand kommen. Um das zu vermeiden, solltest du dich vorher gut über das Thema Wohnmobil Elektrik informieren, damit du später genau weisst was du machst.

Wenn du gewissenhaft arbeitest und dich an einige Regeln hältst, wirst du schnell feststellen, dass alles nicht so schwierig ist wie gedacht. Bevor es mit der Elektroinstallation losgeht, solltest du dir die Grundlagen der Elektrotechnik aus dem Physikunterricht nochmals anschauen. Denn wenn du die Basics drauf hast, dann ist es viel leichter die ganzen Stromkreisläufe zu verstehen.

Verbraucher CamperVan

Einführung in die Wohnmobil Elektrik

Damit Strom fließen kann, muss ein geschlossener Kreislauf bestehen – deshalb sprechen wir auch von einem Stromkreis. Ein ganz einfacher Stromkreis besteht aus einer Stromquelle, einem Leiter und einem Verbraucher. Die Stromquelle hat einen Plus- und einen Minuspol. Wenn der Stromkreis geschlossen ist, dann fließt der Strom vom Pluspol durch die Leiter und den Verbraucher bis zum Minuspol. Als Verbraucher werden alle elektrischen Geräte bezeichnet.

Die Stromquelle hat eine gewisse Spannung (U), die Leiter und Verbraucher haben einen gewissen Widerstand (R) und der Strom der fließt hat eine gewisse Stärke (I). Der Zusammenhang dieser drei Größen wird über das Ohmsche Gesetz beschrieben.

U[Volt] = R[Ohm] x I[Ampere]

Das Ohmsche Gesetz

Bei elektrischen Geräten wird im Zusammenhang mit der Wohnmobil Elektrik häufig die elektrische Leistung, die das Gerät benötigt, angegeben. Dabei ist die elektrische Leistung (P) das Produkt von Spannung (U) und Stromstärke (I).

P[Watt] = U[Volt] x I[Ampere]

Wohnmobil Elektrik Licht
LED Licht im Wohnmobil

Grundlagen der Wohnmobil Elektrik

In Wohnmobilen oder Camper Vans werden in der Regel 2 Batterien verbaut. Eine Starterbatterie, die nur zum Starten und Fahren des Fahrzeugs verwendet wird, und eine Aufbaubatterie, welche die Verbraucher des Wohnmobils versorgt. Die Aufbaubatterien bei Wohnmobilen haben fast immer 12 oder 24 Volt. Diese Batterien haben eine bestimmte Kapazität, die meistens in der Einheit Amperestunden (Ah) angegeben wird.

Geladen wird die Aufbaubatterie über die Lichtmaschine, Solarenergie, Landstrom oder ein Dieselaggregat. Die einzelnen Verbraucher, wie Lampen oder der Kühlschrank, werden über Kabel direkt mit dem Pluspol der Batterie und der Karosserie (Masse) verbunden. Der Minuspol der Batterie wird ebenfalls mit der Karosserie verbunden. Somit ist der Stromkreis mit Stromquelle (Batterie), Leiter (Kabel und Karosserie) und Verbraucher (z.B. Licht) geschlossen.

WICHTIG: JEDES STROMFÜHRENDE KABEL MUSS ABGESICHERT SEIN, DENN SONST KANN ES BEI EINEM KURZSCHLUSS SEHR SCHNELL ZU EINEM KABELBRAND KOMMEN. SIEHE ABSATZ SICHERUNGEN.

Wohnmobil Elektrik: Batterie

Ein sehr wichtiges Thema bei der Wohnmobil Elektrik ist der Energiespeicher. Neben dem Batterietyp musst du noch die richtige Batteriekapazität auswählen.

Wie viel Strom sollte meine Batterie speichern?

Um diese Frage zu beantworten, haben wir einen Verbrauchsrechner und einen Kapazitätsrechner erstellt. Als Aufbaubatterie für Wohnmobile haben sich vier Batterietypen etabliert. Doch nicht alle sind optimal für den Einsatz in einem Wohnmobil geeignet und alle haben Vor- und Nachteile.

Aufbaubatterie Wohnmobil
Aufbaubatterie Gel

Nassbatterie

Die einfachste und günstigste Variante ist die herkömmliche Blei-Säure-Batterie, auch Nassbatterie genannt. Diese eignet sich sehr gut als Starterbatterie. Als Aufbaubatterie ist eine Nassbatterie nicht besonders gut geeignet. Nassbatterien gasen aus, weshalb die austretenden hochexplosiven Gase aufwändig aus dem Wohnraum abgeleitet werden müssen.

In gewissen Abständen muss eine Nassbatterie gewartet und mit destilliertem Wasser aufgefüllt werden. Außerdem neigen Nassbatterien zu Selbstentladung und sind nicht auslaufsicher. Die einzigen Vorteile, die zur Verwendung einer Nassbatterie in einem Wohnmobil verleiten könnten, sind der unschlagbare Preis und das einfache Laden dieser Batterien. Aufgrund der vielen Nachteile ist der Verbau einer Nassbatterie in einem Wohnmobil allerdings nicht mehr zeitgemäß.

Gelbatterie

Die Gelbatterie ist eine Weiterentwicklung der Nassbatterie. Bei der Gelbatterie liegt das Elektrolyt nicht wie bei der Nassbatterie flüssig, sondern als ein Gel vor. Dadurch werden viele der Nachteile dieser Technologie beseitigt. Gel-Batterien sind schon seit vielen Jahren bei Wohnmobilen im Einsatz. Eine Gel-Batterie ist etwas zyklenfester als eine AGM-Batterie, braucht aber etwas länger zum laden. Auch wir haben eine Gel-Batterie in unserem Sprinter als Aufbaubatterie verbaut.

Vor- und Nachteile einer Gelbatterie

VorteileNachteile
wartungsfreiLange Ladezeiten
zyklenfestsehr aufwändige Ladekennlinie
groß und schwer

AGM-Batterie

Auch die AGM-Batterie oder auch Vließbatterie, ist eine Weiterentwicklung der Nassbatterie.

Dabei ist das Elektrolyt in einem Vlies aus Glasfaser gebunden. Eine AGM-Batterie ist bei größeren Entnahmeströmen besser geeignet als eine Gelbatterie. In den letzten Jahren wurden AGM-Batterien am häufigsten in Wohnmobilen verwendet, werden aber mit hoher Wahrscheinlichkeit bald von der Lithiumtechnologie abgelöst.

Vor- und Nachteile einer AGM-Batterie

VorteileNachteile
wartungsfreischwer
zyklenfestaufwändige Ladekennlinie
hohe Entnahmeströmen möglich

LiFePo4

Eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie ist den konventionellen Bleibatterien in eigentlich allen Belangen überlegen. Das Gewicht dieser Batterie ist deutlich geringer (bei gleicher Kapazität), das Laden geht einfacher und schneller und die Langlebigkeit ist auch besser. Also warum eine andere Batterie kaufen? Ganz einfach, die LiFePo4 Batterie ist noch sehr teuer.

Vor- und Nachteile einer LiFePo4-Batterie

VorteileNachteile
geringes Gewichtsehr teuer
wartungsfrei
sehr zyklenfest
keine Tiefentladung
hohe Entnahmeströmen möglich
einfach zu laden
sehr geringe Selbstentladung

Wohnmobil Elektrik: Batterie laden

Wo kommt der Strom für meine Verbraucher her? Natürlich aus der Batterie! Das stimmt zwar, ist aber nur bedingt richtig. Denn die Batterie ist ja nur ein Energiespeicher – quasi ein Puffer damit der Strom genutzt werden kann wenn er gerade nicht gewonnen wird.

Strom ist elektrische Energie, die du in deinem Camper aus chemischer Energie (Diesel, Benzin, Methanol oder Wasserstoff) oder Sonnenenergie gewinnen kannst. Deutlich seltener sind Anlagen, mit denen du die Windenergie nutzbar machen kannst. Die gängigsten Methoden stellen wir dir jetzt mal vor.

Solaranlage

Eine Solaranlage besteht hauptsächlich aus einem Solarmodul und einem Laderegler. Im Sommer kannst du mit einem kleinen Solarmodul schon sehr viel Strom erzeugen. Das wird im Winter allerdings schon schwieriger. Unser Bericht „Wohnmobil Solaranlage“ beschreibt dieses Thema sehr ausführlich. In dem Bericht sind noch ein Solarrechner für die ideale Modulgröße und ein Ertragsrechner für unterschiedliche Länder enthalten. Hier ist ein Kauftipp für dich.

Vanlife Solaranlage

Ladebooster oder Trennrelais

Mit einem Ladebooster oder einem Trennrelais kannst du die Aufbaubatterie, genauso wie die Starterbatterie, über die Lichtmaschine laden. Dabei wird die Aufbaubatterie in das vorhandene Stromnetz des Fahrzeugs integriert. Ein Trennrelais sorgt dafür, dass die Starterbatterie nicht von der Aufbaubatterie leer gesaugt wird, wenn der Motor nicht an ist. Der Ladebooster macht das gleiche, nur dass der Ladevorgang komplett überwacht wird und die Aufbaubatterie mit der richtigen Ladekennlinie geladen wird. Hier findest du einen Kauftipp von uns.

Votronic Ladebooster
Ladebooster Wohnmobil

Dieselaggregat

Ein Dieselaggregat wandelt die chemische Energie aus dem Dieselkraftstoff in elektrische Energie um. Damit kannst du überall genau soviel Strom gewinnen wie nötig. Dafür brauchst du nur ein großes, lautes und stinkendes Aggregat. Wie Ihr vielleicht bemerkt habt, sind wir keine Fans von Dieselaggregaten für Wohnmobile. Denn wir standen schon zu oft an wunderschönen Plätzen und saßen vor unserem Camper, genossen die Aussicht…bis ein anderes Wohnmobil in der Umgebung anfing uns mit einem Dieselaggregat voll zu stinken.

Brennstoffzelle

Die Brennstoffzelle ist eine ökologische Variante, die nicht laut ist und nicht stinkt. Brennstoffzellen für Wohnmobile funktionieren meistens mit Methanol. Dieser reagiert mit Sauerstoff aus der Luft, wodurch elektrischer Strom entsteht. Die Abgase dabei sind warme Luft, Wasserdampf und CO2. Brennstoffzellen für Wohnmobile sind allerdings noch sehr teuer und die Verfügbarkeit an Methanol ist nicht überall gegeben.

Landstrom

Wenn du häufig auf Campingplätzen unterwegs bist, dann macht es Sinn ein Ladegerät für Landstrom einzubauen. Damit kannst du deine Aufbaubatterie ganz einfach über ein Verlängerungskabel an einer Steckdose laden. Die Installation ist denkbar einfach und fast jeder Campingplatz bietet für ein paar Taler einen Steckdosenzugang.

Wohnmobil Elektrik: Verbraucher

Dein ganzes Stromkonzept im Wohnmobil ist von den Verbrauchern, die du betreiben möchtest, abhängig.

Kühlschrank

Der Verbraucher, welcher bei den meisten Campern den meisten Strom frisst, ist der Kühlschrank. Um den Kühlschrank ohne Landstrom zu betreiben, benötigst du schon große Aufbaubatterien und eine Menge Solarpower. Allerdings kannst du viele Modelle neben Strom auch mit Gas betreiben. Diese Kühlbox haben wir dabei.

Wohnmobil Kompressorkühlbox
Mobicool Kühlbox

12 Volt- und USB-Steckdosen (für Handys, Fotos, Laptops usw.)

Wir haben die Gleichstrom-Steckdosen bei der Wohnmobil Elektrik mal als Verbraucher aufgeführt, weil die Steckdosen bei der Installation wie ein Verbraucher angeschlossen werden. Eigentlich sind die Geräte die du daran anschließt die Verbraucher, nach denen auch die Sicherung und die Kabel ausgelegt werden müssen. Wir empfehlen dir bei der Wohnmobil Elektrik möglichst viele 12 Volt- und USB-Steckdosen im Camper Van zu installieren. Denn erfahrungsgemäß kann man nie genug davon haben.

Steckdosen USB / 12 Volt

Heizung

Ein Wohnmobil rein elektrisch zu beheizen ohne am Landstrom zu hängen ist fast unmöglich. Denn eine Heizung benötigt so viel Energie, dass die Batterien nicht lange durchhalten werden. Außerdem stellt dir die Sonne genau dann, wenn du die Heizung am meisten brauchst – nämlich im Winter – meistens nicht genug Energie bereit. Wenn du die Batterie während des Heizens mit einem Dieselaggregat speist, dann kannst du dir auch überlegen direkt eine Dieselheizung einzubauen. Aber bedenke, dass auch Dieselheizungen Strom für die Kraftstoffpumpe, das Gebläse und für die Anzeigen benötigen. Wir haben in unserem Camper diese Heizung verbaut.

Zu dem Thema Wohnmobil Heizung haben wir einen ganzen Bericht geschrieben.

Licht

Moderne LED-Lampen sind so hell und verbrauchen dabei so wenig Strom, dass du dir einiges an Licht in den Camper bauen kannst, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Viele nutzen LED-Streifen, da diese einfach nur aufgeklebt und angeschlossen werden müssen. Andere schwören auf LED-Strahler, die in die Decke eingelassen werden. Beides ist möglich. Beim Kauf der Lampen solltest du allerdings darauf achten, dass sie über 12 Volt laufen. Dann kannst du sie einfach an die Batterie anschließen. Die Lampen müssen nicht unbedingt im Wohnmobil Elektrik Bereich erworben werden. Ganz normale Strahler oder LED-Streifen tun es genauso und sind auch noch deutlich günstiger.

Weitere Verbraucher

Neben den aufgezählten Verbrauchern gibt es natürlich noch eine ganze Reihe von weiteren Verbrauchern. Eigentlich gibt es fast alle Geräte, die du von zu Hause kennst, mittlerweile auch für Wohnmobile.

Typische Wohnmobil- Verbraucher, neben den genannten, sind:

  • Wasserpumpe
  • Router
  • Gassensor
  • Dachlüfter
  • Elektrokochfeld
  • Fernseher
  • uvm.

Wohnmobil Elektrik: 230 Volt Wechselrichter

Ein Wechselrichter wandelt 12 Volt Gleichstrom in 230 Volt Wechselstrom um. Damit kannst du die Geräte, die du zu Hause verwendest auch in deinem Wohnmobil benutzen. Bedenke allerdings, dass ein Wechselrichter auch selbst Strom verbraucht und der Stromverlust dabei meistens um die 10 % beträgt.

Bei Wechselrichtern gibt es unterschiedliche Varianten. Günstige Geräte nähern einen sinusförmigen Spannungsverlauf nur an. Das kann bei einigen Endgeräten zu Fehlfunktionen führen. Hochwertigere Wechselrichter erzeugen einen reinen Sinusverlauf wie er auch aus der Steckdose zu Hause kommt. Um auf Nummer sicher zu gehen, würden wir immer einen reinen Sinus-Wechselrichter bevorzugen.

Damit der Wechselrichter genug Leistung hat, solltest du dir vor dem Kauf schon sicher sein, welche Geräte du darüber betreiben möchtest. Wenn du einen Haartrockner oder eine Kaffeemaschine betreiben willst, dann musst du dir schon einen leistungsstarken Wechselrichter kaufen. Die Leistung des Wechselrichters sollte immer deutlich höher sein, als die maximale Leistung eines angeschlossenen Geräts. Bei Geräten mit Elektromotor oder einem Kühlschrank sollte der Wechselrichter kurzfristig sogar die 5 – 6 fache Leistung des Geräts liefern können.

Brauche ich wirklich 230 Volt an Bord?

Das ist eine berechtigte Frage, über die wir uns auch sehr viel Gedanken gemacht haben. Dann haben wir die Elektrogeräte, die wir im Camper betreiben wollten, mal genauer betrachtet und festgestellt, dass der Föhn und der Laptop die einzigen Geräte sind, die über 230 Volt laufen. Handys, die Kamera, der Bluetooth-Lautsprecher und der E-Bookreader werden alle über USB geladen und dafür haben wir überall im Camper insgesamt 11 USB-Steckdosen verbaut.

Alle akkubetriebenen Geräte die du dabei hast, benötigen Gleichstrom um geladen zu werden. In den herkömmlichen Netzteilen sind Gleichrichter verbaut, die aus dem Wechselstrom aus der Steckdose Gleichstrom machen. Und jetzt wird es spannend. Um einen Laptop im Wohnmobil über 230 Volt zu betreiben, wird zuerst der Gleichstrom aus der Batterie im Wechselrichter zu Wechselstrom umgewandelt. Der Strom wird dann im Netzteil des Laptops wieder in Gleichstrom umgewandelt. Klingt doch doof oder? Warum den Laptop nicht gleich an Gleichstrom anschließen?

Wie haben wir es gemacht?

Ganz einfach, wir haben ein Laptop- Universalladegerät, welches über 12 Volt läuft, gekauft.

Dann haben wir festgestellt, dass der Föhn, den wir mitnehmen wollten, 2000 Watt benötigt. Das bedeutet, dass unsere 100 Ah Batterie nach ca. 10 Minuten Betrieb tiefentladenen wäre. Außerdem könnte unsere Gel-Batterie solch hohe Ströme nicht liefern. Deshalb musste leider ein neuer leistungsschwacher, 12 Volt Föhn gekauft werden, der nur einen kalten Lufthauch erzeugt. Wie einen Föhn gibt es mittlerweile fast alle Geräte mit einem Akku oder in einer 12 Volt Variante.

Aus diesen Gründen haben wir uns gegen 230 Volt Wechselstrom im Fahrzeug entschieden und haben es auch noch nicht bereut. Ok, einen Vitamix hätten wir schon sehr gern…

WICHTIG: BEIM ARBEITEN AM ELEKTRISCHEN SYSTEM DARF KEIN STROM FLIEßEN – DAS HEIßT, DIE BATTERIE MUSS ABGEKLEMMT SEIN!

Wohnmobil Elektrik: Sicherungen im Wohnmobil

Eine passende Sicherung für jeden Stromkreislauf ist enorm wichtig, denn die Sicherung ist der schwächste Teil des Kreislaufs. Sie ist quasi eine Sollbruchstelle die bei einem zu hohen Strom kaputt gehen soll, damit nichts anderes kaputt geht. Bei einem Kurzschluss beispielsweise fließen kurzzeitig sehr hohe Ströme, welche die Sicherung innerhalb kürzester Zeit auslösen lassen. Wenn keine Sicherung verbaut ist, dann können die Kabel so heiß werden, dass sogar ein Brand entstehen kann.

Welche Sicherungen sind für die Wohnmobil Elektrik geeignet?

Es gibt viele unterschiedliche Sicherungsarten die in einem Wohnmobil verwendet werden können, wie z.B. Torpedo oder Glassicherungen.

Wir würden allerdings bei niedrigen Strömen immer Flachsicherungen verwenden. Zum einen sind in eigentlich jedem Fahrzeug Flachsicherungen eingebaut, weshalb du sowieso Ersatz dabei haben solltest und zum anderen bekommst du überall Ersatzteile für ein paar Pfennig. Flachsicherungen sind ganz einfach zu handhaben und es gibt praktische Sicherungskästen zu kaufen, mit denen die Sicherungen zentral und sauber verbaut werden können. Es gibt Flachsicherungen von 1 Ampere bis ca. 50 Ampere.

Für höhere Ströme ab 50 A haben sich Streifensicherungen etabliert, allerdings solltest du genug Ersatz mitnehmen, denn Streifensicherungen sind nicht überall erhältlich. Streifensicherungen werden üblicherweise mit Muttern befestigt, wohingegen Flachsicherungen gesteckt werden.

Wohnmobil Elektrik Flachsicherungen
Flachsicherungen
Wohnmobil Elektrik Streifensicherungen
Streifensicherungen

Wie viel Ampere muss die Sicherung haben?

Jede Sicherung hat eine bestimmte Stromstärke ab der sie auslöst. Diese Stromstärke ist üblicherweise auf der Sicherung in Ampere aufgedruckt. Das bedeutet also, dass du schon vorher wissen musst was du alles an das Kabel, dass du absicherst, anschließen wirst.

Wenn du beispielsweise Lampen anschließen möchtest, die 2 Ampere benötigen, dann solltest du auch eine 2 oder 3 Ampere Sicherung verbauen. Sobald plötzlich 10 Ampere Strom fließen sollten, dann stimmt etwas nicht und die Sicherung sollte auslösen. Wenn du nicht weißt wie viel Ampere ein Verbraucher benötigt, weil nur die Leistung in Watt angegeben ist, dann nutze den Rechner am Anfang dieser Seite, um dir die Stromstärke in Ampere auszurechnen.

Einbauen der Sicherungen

Jeder Stromkreislauf sollte durch eine Sicherung abgesichert werden und die Sicherung sollte möglichst dicht bei der Spannungsquelle eingesetzt werden. Idealerweise setzt du für deine ganzen kleineren Verbraucher einen Sicherungsblock für Flachsicherungen in die Nähe der Batterie. Von diesem Sicherungsblock wird der Strom dann an die einzelnen Kreisläufe verteilt.

Neben den einzelnen Kreisläufen muss auch noch das Kabel, das zum Sicherungsblock führt, abgesichert werden. Streifensicherungen, die bei größeren Strömen eingesetzt werden, können in einzelnen Sicherungshaltern eingesetzt werden. Diese sollten ebenfalls in der Nähe der Batterie eingesetzt werden. Die Polung ist bei Streifen- und Flachsicherungen egal.

Flachsicherungen Sicherungskasten
Sicherungskasten Flachsicherung
Streifensicherung Halter
Sicherungskasten Streifensicherung

230 Volt Absicherung in der Wohnmobil Elektrik

Bei 230 Volt Wechselstrom unterscheidet sich die Absicherung etwas vom Gleichstromsystem. Dabei werden sogenannte Fehlerstrom Schutzschalter (Fi Schalter) verwendet. Wenn der Schutzschalter einen Defekt erkennt, dann unterbricht er innerhalb kürzester Zeit den Stromkreislauf und es besteht keine direkte Gefahr mehr.

Kabel in der Wohnmobil Elektrik

Genauso wichtig wie die Dimensionierung der Sicherungen, ist die Wahl der richtigen Kabel.

In einem Fahrzeug haben starre Kabel mit einem massiven Metallkern nichts zu suchen. Durch die Erschütterungen im Fahrzeug können starre Kabel brechen, was ein Sicherheitsrisiko darstellen kann. Stattdessen sollten bei der Wohnmobil Elektrik nur flexible Litzenkabel verwendet werden.

Sind die Kabel zu dick ausgelegt, dann schleppst du zu viel Gewicht mit dir rum. Zu dünn gewählte Kabel sind ein echtes Sicherheitsrisiko, denn diese können sich im Betrieb stark erwärmen. Deshalb sollte der Kabelquerschnitt lieber etwas größer gewählt werden.

Der richtige Querschnitt kann über folgende Formel oder direkt im Kabelquerschnittsrechner berechnet werden:

A = ( I x 0,0175 x L x 2 ) / (fk x U)

  • I – Stromstärke in Ampere
  • 0,0175 – spezifischer Widerstand von Kupfer in Ohm * mm^2/m.
  • L – Länge der Leitung in Meter
  • fk – Leitungsverlust in Prozent (1 % => 0,01)
  • U – Spannung in Volt

Kabelquerschnittsrechner:

WICHTIG: IN DER MINUSLEITUNG FLIEßEN DIE GLEICHEN STRÖME WIE IN DER PLUSLEITUNG, DESHALB SOLLTEN DIE KABEL AUCH DEN GLEICHEN QUERSCHNITT HABEN!

230 Volt Kabel

Die Kabel für 230 Volt müssen auch flexibel und auf keinen Fall starr sein. Zwei-adrige Leitungen sind ebenfalls verboten, es müssen drei-adrige Kabel mit gelbem Schutzleiter verwendet werden. Der Aderquerschnitt muss in der ganzen 230 Volt Installation mindestens 1,5 mm^2 betragen und es sollten H07RN-F Kabel sein. Für die Landstrominstallation dürfen nur Kabel mit einem Querschnitt von mindestens 2,5 mm^2 verwendet werden.

Wohnmobil Elektrik Kabel

Installation der Kabel

Wenn du neben einem 12 Volt- auch noch einen 230 Volt- Kreislauf installieren willst, dann solltest du darauf achten, dass die Kabel nicht im selben Schacht verlegt werden, denn das ist verboten.

Idealerweise verlegst du alle Kabel in Kabelkanälen, darin sind sie perfekt geschützt und du kannst später noch bei Bedarf ein weiteres Kabel durchziehen. Wenn ein Kabelkanal bei der Wohnmobil Elektrik nicht möglich ist, dann achte darauf, dass die Kabel keine scharfen Kanten berühren, da die Kabel sonst aufgescheuert werden können.

WICHTIG: AUS BRANDSCHUTZGRÜNDEN DÜRFEN SICH IM GASKASTEN KEINE KABEL BEFINDEN!

Die Kabelverbindung

Für das Verbinden von Kabeln gibt es viele Möglichkeiten, doch nicht alle sind für den Einsatz in einem Fahrzeug geeignet und erlaubt.

In einem Fahrzeug sollten Kabel nicht durch Löten verbunden werden, da die Kabel durch die Vibrationen an den Enden der Lötungen brechen könnten.

Lüsterklemmen kannst du schon verwenden, allerdings solltest du dabei Aderendhülsen verwenden.

Eine weitere Möglichkeit Kabel in einem Camper zu verbinden sind Quetschverbinder. Allerdings sollte genau darauf geachtet werden, dass die Quetschverbinder exakt für den verwendeten Kabeldurchmesser geeignet sind.

Wie haben wir es gemacht?

Bei unserer Wohnmobil Elektrik haben wir auf sogenannte Wago-Klemmen vertraut. Du kannst diese Klemmen mit und ohne Aderendhülsen verwenden. Der Unterschied zu Lüsterklemmen ist, dass Wago-Klemmen durch Federkraft klemmen. Dadurch kann es nicht zu einem Klemmkraftverlust durch Losrütteln kommen. Die beiden Varianten der Wago-Klemmen, die in Frage kommen, sind der Typ 222 und 221. Wir haben hauptsächlich den Typ 221 verwendet, damit können Kabel bis zu 6 mm^2 verbunden werden.

Einen sogenannten Stromdieb würde ich niemals in meinem Auto verwenden, da der Kontakt durch ein Einschneiden zustande kommt und dadurch eine Sollbruchstelle erzeugt wird.

Werkzeuge für die Wohnmobil Elektrik

Für die Installation der Elektronik brauchst du nicht viel, aber ein paar gute Werkzeuge brauchst du schon. Im folgenden zeigen wir dir welche Werkzeuge wir dir empfehlen können und geben dir ein Beispiel anhand eines Affiliate Links.

Ein guter Seitenschneider und eine Abisolierzange solltest du haben.

Eine Crimpzange für isolierte und nicht isolierte Kabelschuhe halten wir auch für notwendig, denn jedes Kabelende wird entweder mit einer Aderendhülse oder einem Kabelschuh versehen. Mit einer Crimpzange verpresst du diese untrennbar mit dem Kabelende.

Schalter

Wir haben alle Stromkreise und Laderegler zusätzlich mit Hauptschaltern versehen. Dadurch können wir, wenn das Fahrzeug länger steht, wir schlafen oder es ein Problem gibt, die Batterie komplett abtrennen. Als Hauptschalter eignen sich sogenannte Batterietrennschalter, die für verschiedene Stromstärken erhältlich sind.

Wir haben alle Stromkreisläufe mit Schaltern versehen, damit wir diese nur bei Bedarf anschalten können. Bei der Wahl des richtigen Schalters ist auf den Spannungsbereich und die maximale Stromstärke zu achten.

Als Lichtschalter haben wir kleine schicke Edelstahldruckschalter verwendet, die sich auch schon bewährt haben.

Für die weiteren Verbraucher, sowie die Steckdosen, haben wir Kippschalter verwendet.

 

So, das war jetzt viel Input auf einmal. Wir hoffen, dass wir dir dadurch die Angst vor der Wohnmobil Elektrik nehmen konnten und du dich jetzt gestärkt dem Thema annehmen kannst. Viel Erfolg dabei!

Wenn dir dieser Beitrag gefallen hat, dann schau dir gerne auch unseren Bericht zur Wohnmobil Stromversorgung oder zur Wohnmobil Solaranlage an.

Viel Spaß bei deinem Projekt!

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