4×4 und vier Pfoten

Tipps für das Reisen mit Hund im Campervan

Gastbeitrag von www.journeygirl.de

Die Luft ist kühl und die Vögel zwitschern. Schwanzwedelnd steht Finni vor mir. Sie ist eine Hündin und etwa zwei Jahre alt. Früher war sie Straßenhund in Russland. Jetzt reist sie mit uns um die Welt. Ich mache die Schiebetür des Busses auf und sie springt fröhlich hinaus. Wir lassen die Tür offen und beobachten sie beim herumstreunen in der neuen Umgebung, während wir noch unter der warmen Decke liegen bleiben.

So beginnt eigentlich fast jeder Tag, wenn wir mit unserem Van unterwegs sind. Seit knapp zwei Jahren sind wir nicht mehr zu zweit, sondern haben einen vierbeinigen Begleiter mit an Bord. Finni ist ein Straßenhund aus Russland und war nur ein paar Monate alt, als sie zu uns kam. Sie ist zum Glück sehr unkompliziert und macht all unsere Abenteuer mit – egal ob als treue Begleiterin auf diversen Jobs oder als Travel Buddy.

Reisen mit Hund

An der Art zu Reisen hat sich nicht viel verändert, seit wir mit Hund unterwegs sind. Finni liebt es ebenso wie wir, jeden Tag einen neuen Platz zu entdecken und Gleichgesinnte zu treffen. Wir fahren oft der Nase nach und wissen meist morgens noch nicht wohin der Tag uns führt. Während wir zuvor gerne faul in den Tag hinein gelebt haben, steht nun Gassi gehen auf der Tagesordnung.

Wir suchen täglich Strände, Wanderwege oder Trampelpfade durch Wälder und Wiesen, die wir entlang spazieren können. Selbst bei Regenwetter liebe ich das mittlerweile sehr, denn so kamen wir schon an wunderschöne, abgelegene Plätze, die wir sonst nie entdeckt hätten. Außerdem hat man sich den frisch aufgebrühten Kaffee am Bus danach redlich verdient.

Finni vor unserem Van

Der größte Unterschied ist die Vorbereitung. Während wir uns bei Reisen durch Europa meist um kein Visa oder ähnliches kümmern müssen, gibt es je nach Urlaubsland genaue Vorschriften, unter welchen Bedingungen ein Haustier mit einreisen darf. Genau wie wir hat Finni einen Pass. Den sogenannten EU-Heimtierpass. Damit kann sie ohne Probleme europaweit mit uns reisen.

Auf dem Landweg ist das weiter kein Problem, doch etwas mehr Aufwand sind Reisen mit der Fähre, zum Beispiel nach Großbritannien. Dort haben die Reedereien selbst gesonderte Regeln für das Mitführen von Hunden und auch das Land gibt Anweisungen, die man beachten muss. 

Beispielsweise findet ihr in diesem Artikel aufgelistet, was für die Einreise nach Irland notwendig ist. Grundsätzlich geht es bei diesen Vorschriften darum, dass die Tiere keine Krankheiten mit in das jeweilige Land einschleppen und bei der Reise gesund sind. Daher sind oft Tollwut-Impfungen oder Wurmkuren Voraussetzung. Da dies mit einem gewissen zeitlichen Vorlauf geschehen muss, empfehle ich, sich zeitnah zu informieren, welche Bestimmungen das anstehende Reiseziel hat und rechtzeitig einen Termin beim Tierarzt zu machen.

Klippen in Irland

Darüber hinaus kümmern wir uns meist besser um das leibliche Wohl von Finni, als um unseres. Für sie kaufen wir vor der Reise ausreichend Hundefutter. Natürlich ist man auch auf Reisen nicht aus der Welt und es gibt in jedem Land Supermärkte, dennoch hat die Erfahrung gezeigt, dass es einfacher ist, wenn man das Wichtigste direkt dabei hat.

Zu den wichtigsten Travel-Essentials gehören meiner Meinung nach auch Hundebeutel. Während man in Deutschland gewohnt ist, Tüten-Spender an jeder großen Wiese oder in jedem Park zu finden, kann das in anderen Ländern nicht so sein. Dennoch sollte man die Plätze an denen man steht, ebenso sauber hinterlassen, wie man sie vorfindet – das gilt übrigens nicht nur für die Geschäfte des Hundes ;-). Daher habe ich biologisch abbaubare Kotbeutel immer mit im Gepäck.

Mittlerweile kann ich mir das Reisen ohne Hund gar nicht mehr vorstellen. Wir haben eine eingebaute Diebstahlsicherung, die knurrt, wenn sich nachts jemand dem Auto nähert und ich einen treuen Begleiter, wenn man nachts zur nächstgelegenen Toilette stapfen muss – wie ihr wisst, gehen Mädchen immer zu zweit zur Toilette. Darüber hinaus lernen wir häufig schneller und einfacher Reisende und Einheimische kennen. Mit anderen Hundebesitzern hat man oft direkt eine Gemeinsamkeit und kommt ins Gespräch. Das hat uns schon tolle Begegnungen und Geheimtipps eingebracht.
Reisen mit Hund

Über Journeygirl

Aufgewachsen ist Laura im Allgäu. Sie liebt die Berge und die frische Luft und ist dort gerne Zuhause – noch lieber ist sie aber mit Mann und Hund unterwegs in der Welt. In ihren Artikeln nimmt sie uns mit auf Reisen im umgebauten Campervan, in die Berge oder ihren Alltag – schaut doch einmal bei ihr vorbei: www.journeygirl.de

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